Archive für Beiträge mit Schlagwort: Nazi

da haben in der deutschen Geschichte
solche Männer arme Menschen
zu Tode getrampelt

Link:
https://twitter.com/SPIEGELONLINE/status/1068810712619933696

Mit Jacob Appelbaum und Laura Poitras verbundene Themen;
Links: WikiLeaks; „Wikipedia„; Link: https://wikileaks.org/ ; Julian Assange; „Wikipedia„; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Assange ; Snowden-Leaks; „Wikipedia„; Link: http://mashable.com/2014/06/05/edward-snowden-revelations/ ; Edward Snowden; „Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Snowden ; Whistleblowing; „Wikipedia“; Link: http://expolink.co.uk/whistleblowing/whistleblowing-hotline/?gclid=CIHM7c6oz78CFejHtAodaEEAHg ; Whistleblower; „Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Whistleblower ; pro memoria: Pentagon-Papers: Daniel Ellsberg; „Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Ellsberg .

Am 16. Mai 2014 wurde Jacob Appelbaum

der „Henri Nannen-Preis“ verliehen.

„Appelbaum, der in Berlin lebt, hatte den Preis gemeinsam mit Redakteuren des „Spiegel“ in der Kategorie „Investigation“ für die Enthüllung erhalten, dass der amerikanische Geheimdienst NSA auch das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört hatte. Appelbaum hatte auch schon zuvor, etwa im „Guardian“, über die Abhör-Aktivitäten der NSA berichtet“.
(Quelle: „F.A.Z.“, vom 23.05.2014; von Michael Hanfeld: „Eklat für Gruner + Jahr“ – „Jacob Appelbaum will Nannen-Preis einschmelzen“; Link: http://www.faz.net/aktuell/politik/eklat-fuer-gruner-jahr-jacob-appelbaum-will-nannen-preis-einschmelzen-12955410.html )

Rhoenblicks Kommentar: Das Beispiel zeigt einmal mehr, welche Bedeutung die Presse als 4. Gewalt in Deutschland hat, ja haben muss!

 

Erst kürzlich fanden sich in einem Informationsblatt detaillierte und erschütternde Hinweise auf die Hintergründe des Aufsehen erregenden Entscheids zweier Preisträger,
Jacob Appelbaum („Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Appelbaum )
und
Laura Poitras („Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Laura_Poitras )
den Nannen-Kopf einschmelzen zu lassen.
Auf der Suche nach einer Bestätigung dieser Informationen
hat eine Google-Suche zur Informations-Quelle geführt:

 

NDR.de, „ZAPP“: „Nannen-Preisträger Appelbaum will Preis nicht mehr“
(Stand: 24.05.2014 12:16 Uhr)
Link: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/henrinannenpreis116_page-2.html

Jacob Appelbaum: „Das Preisgeld werde ich zwei antifaschistischen Gruppen spenden, die den Kampf fortführen“: „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“(„Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigung_der_Verfolgten_des_Naziregimes_-_Bund_der_Antifaschistinnen_und_Antifaschisten ) und an das „Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin“ („Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Antifaschistisches_Pressearchiv_und_Bildungszentrum_Berlin )

„Jacob Appelbaum, ein Vertrauter von NSA-Enthüller Edward Snowden, stellte die Ehrung für sein Team nicht infrage, kündigte aber an, die Preisskulptur mit dem Kopf von Nannen aus Protest einschmelzen lassen: „Daher werde ich mit einem Metallarbeiter in Berlin zusammenarbeiten und die Skulptur einschmelzen, um sie zu einem passenderen Kopf zu formen. Dieser Kopf wird dann die wichtigste Figur des investigativen Journalismus darstellen: die anonyme Quelle. Ich weise das Votum der Jury nicht zurück. Aber ich lehne es ab, den Namen zu tragen und den Kopf eines Mannes zu präsentieren, der Propaganda für die Nazis gemacht hat“. [Auch Laura Poitras kündigte an, die Preisskulptur einschmelzen zu lassen. Sie hatte den Nannen-Preis in der Kategorie „Pressefreiheit“ erhalten“.]

[Rhoenblicks Frage: Wurden die beiden Nannen-Skulpturen eingeschmolzen?]

Und hier sind ein paar Fakten über Nannen: [Fettdruck vom >Autor] Er trat in Leni Riefenstahls Film über die olympischen Sommerspiele 1936 – Olympia – auf. Er spielte in beiden Teilen des Films eine Rolle. Er trat auch beim Fest der Völker auf, als Sprecher für die Eröffnung der Olympischen Spiele. Er schrieb bewundernd über Hitler, und das vor Beginn des 2. Weltkriegs. Bei Kriegsbeginn arbeitete er für eine Propagandaeinheit der Nazis in Italien; man könnte sagen, dass er einer der ersten „embedded journalists“ war. Das liest sich wie ein Theaterstück, doch handelt es sich leider um historische Erinnerungen“.

Nannen war Leutnant der Reserve der Deutschen Luftwaffe. Anfang 1944 wurde er mit dem Aktivpropagandazug der Luftwaffe, Stabskompanie, AOK 10, Italienfront, in Italien stationiert. Dort ging seine Einheit in dem neu gegründeten Waffen SS-Unternehmen Südstern auf. Genauer gesagt war Nannen Mitglied der „Südstern II“, einer SS-Einheit, die am 1. Juli 1944 von Hans Weidemann in Florenz aufgebaut und anschließend nach Bevilacqua (Verona) verlegt wurde.
Nannen wurde damit nicht automatisch Mitglied der Waffen SS. Ein Foto einer Weihnachtsfeier aus dem Jahr 1944 zeigt ihn nach wie vor in seiner Luftwaffenuniform. Offiziell blieb er Leutnant der Reserve der Deutschen Luftwaffe. Doch die Fakten sprechen für sich: Er war Propagandist der Waffen-SS-Einheit „Südstern“. [„Das „Südstern“-Teileinheitszeichen soll angeblich Vorbild für das Logo des späteren Magazins Stern gewesen sein“.
Quelle: „Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Nannen ].
vgl. „Der Stern des Egon Erwin Kisch“; von Tom Appleton; vom 07.05.2010;
Link: http://www.heise.de/tp/artikel/32/32566/1.html *)

„Nach dem Krieg war Henri Nannen am Versuch beteiligt, der Öffentlichkeit die Hitler-Tagebücher als echt zu präsentieren. In einer kürzlich erschienenen Publikation in einem Dossier der „Zeit“ ist nachzulesen, dass er an wichtigen Treffen teilnahm, bei denen die Entscheidung zur Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher getroffen wurde. Was in diesem Zusammenhang häufig vergessen wird, ist die Tatsache, dass die Tagebücher tatsächlich ein Versuch waren, Hitler weiß zu waschen. Sie präsentieren ihn als jemanden, der gegen die Kristallnacht war, Frieden mit England wollte und sich gegen den Holocaust wandte. Das sind klare und offensichtliche Lügen.“ [Fettdruck durch den Autor].

 

„Nannen

ist für den Versuch, einen der größten faschistischen Massenmörder der Geschichte als unschuldig darzustellen,

mitverantwortlich“.

[Hervorhebung durch den Autor]

Nannen ist für den Versuch, einen der größten faschistischen Massenmörder der Geschichte als unschuldig darzustellen, mitverantwortlich. Er steht damit nicht für die Ideale des Journalismus, den wir anstreben sollten. Er darf gewiss nicht für sein ganzes Leben verurteilt werden. Doch wir müssen sichergehen, dass wir wichtige Details nicht vergessen oder – schlimmer noch – diese uminterpretieren. Nannen war nicht einfach ein Mitläufer, sondern eindeutig ein Mitgestalter“. [Fettdruck durch den Autor].

„Mein Vater [von Jacob Appelbaum] drängte mich einst, nicht zu vergessen, dass die Nazis wollten, dass jemand wie ich nicht leben kann. Er war daher fest davon überzeugt, dass ich mein jüdisches Vermächtnis niemals verbergen dürfe, selbst wenn mir das Prügel oder Schlimmeres einbringen würde. Selbst als der Atheist, der ich wurde. Und selbst wenn ich – wie heute – in Berlin schreibe“.

„Als ein Mensch jüdisch-amerikanischer Herkunft konnte ich den Kopf eines Mannes, der im Krieg als Nazi gekämpft hatte, nur unter bestimmten Bedingungen annehmen. Ich kann durch ihn nicht den Namen einer Person ehren, die für eine solche Geschichte steht – gleichgültig, wie die Details sich darstellen. Dabei geht es nicht nur um meine Familie, sondern um alle Familien, egal wo sie herkommen. Niemand von uns hat heiliges Blut, und wir dürfen nicht der Vorstellung anheimfallen, dass manche aufgrund ihrer Rasse oder ihres Glaubens oder aus sonstigen absurden faschistischen Gründen über anderen stehen. Daher werde ich mit einem Metallarbeiter in Berlin zusammenarbeiten und die Skulptur einschmelzen, um sie zu einem passenderen Kopf zu formen. Dieser Kopf wird dann die wichtigste Figur des investigativen Journalismus darstellen: die anonyme Quelle. Ich weise das Votum der Jury nicht zurück. Aber ich lehne es ab, den Namen zu tragen und den Kopf eines Mannes zu präsentieren, der Propaganda für die Nazis gemacht hat“.

„Jury-Mitglied Osterkorn: Vergangenheit war bekannt“
„Wenn Jacob Appelbaum dies tun will, so müssen wir das respektieren“, erklärte der frühere Chefredakteur des „Stern“ und Mitinitiator des Henri-Nannen-Preises, Thomas Osterkorn. Allerdings sei das Wirken Nannens in der Nazi-Zeit hinlänglich bekannt. „Er hat daraus auch keinen Hehl gemacht und später mehrfach bedauert, was er damals an Propagandazeug geschrieben hatte“, erklärte Osterkorn, der auch der Jury angehörte“

Das muss man sich auf der Zunge vergehen lassen:
Osterkorn: „später  [Hervorhebung durch den Autor] mehrfach bedauert, was er damals an Propagandazeug geschrieben hatte.

dagegen:

Jacob Appelmann: „Nach dem Krieg [Hervorhebung durch den Autor] war Henri Nannen am Versuch beteiligt, der Öffentlichkeit die Hitler-Tagebücher als echt zu präsentieren. In einer kürzlich erschienenen Publikation in einem Dossier der „Zeit“ [Hervorhebung durch den Autor] ist nachzulesen, dass er an wichtigen Treffen teilnahm, bei denen die Entscheidung zur Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher getroffen wurde. Was in diesem Zusammenhang häufig vergessen wird, ist die Tatsache, dass die Tagebücher tatsächlich ein Versuch waren, Hitler weiß zu waschen. Sie präsentieren ihn als jemanden, der gegen die Kristallnacht war, Frieden mit England wollte und sich gegen den Holocaust wandte. Das sind klare und offensichtliche Lügen.“

Zur Person von Thomas Osterkorn:
(Quelle: „Wikipedia“; http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Osterkorn
* 26. Dezember 1953 in Linz, österreichischer Journalist.
„Neben dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete Osterkorn von 1973 bis 1975 als Volontär bei der Landeszeitung für die Lüneburger Heide. Von 1975 bis 1979 war er dort Lokalchef. Anschließend kam er als Polizeireporter zum Hamburger Abendblatt.
Aufsehen erregte er 1986, als er sich private Bilder und Aufzeichnungen des als St.-Pauli-Killer bekannt gewordenen Werner Pinzner beschaffte. Pinzners Nachbarn hatten sie auf dem nicht von der Polizei durchsuchten Speicher Pinzners gefunden und Osterkorn angeboten.
Im gleichen Jahr wechselte er als Redakteur zum Stern, wo er 1989 zum Ressortleiter und 1996 zum geschäftsführenden Redakteur avancierte. Von 1999 bis 2013 war Osterkorn zusammen mit Andreas Petzold Chefredakteur des „Stern“, seitdem ist er Herausgeber der Zeitschrift“. [Fettdruck durch den Autor].

*) einleitende Zeilen aus dem Text: „Der Stern des Egon Erwin Kisch“; von Tom Appleton; vom 07.05.2010;
Link: http://www.heise.de/tp/artikel/32/32566/1.html
„Heute, am 7. Mai, ist es wieder so weit – sie findet statt, die große Stern-Gala [Fettdruck durch den Autor], die Bambi-Verteilung für Höchstleistungen im deutschen Journalismus, abgehalten wird sie im glamourösen Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, vergeben wird in verschiedenen Kategorien der Henri Nannen-Preis, insbesondere in der journalistischen Edel-Kür des Kettenrauchens, an Helmut Schmidt. Einst bekannt als Egon Erwin Kisch-Preis für eine herausragende Reportage, Jahrzehnte lang vergeben vom Stern, gibt es in diesem Jahr, zu Kischs 125. Geburtstag, nicht einmal einen Kisch-Sonderpreis. Das schließe ich zumindest aus dem Schweigen des gegenwärtigen Stern-Chefs. Ich fragte ihn persönlich. Bereits vor Wochen. Keine Antwort“.

 

Informationen zu den „Hitlertagebücher“

Quelle: „Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Hitler-Tageb%C3%BCcher .

Tatbestand
Konrad Kujau („Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Kujau ) hat die „Hitlertagebücher“ verfasst.
Über eine Gruppe bekennender Altnazis („Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Altnazi ) kam Kujau in Kontakt mit dem Hamburger Stern-Reporter Gerd Heidemann („Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Heidemann . Über diesen Kontakt gelang es Kujau, dem Nachrichtenmagazin Stern bis zur Entdeckung der Fälschung am 5. Mai 1983 62 Bände sogenannter Hitler-Tagebücher für 9,3 Millionen DM zu verkaufen.

Gerichtsverfahren
Kujau und Heidemann wurden in Hamburg vor Gericht gestellt und verurteilt. Kujau legte ein Geständnis ab, die 62 Bände selbst geschrieben zu haben. Er wurde am 8. Juli 1985 wegen Betruges in Tateinheit mit Urkundenfälschung zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Dabei wurde vom Hamburger Landgericht „ein erhebliches Mitverschulden“ von Verlag und Redaktion als strafmildernd gewertet. Wegen einer Kehlkopfkrebs-Erkrankung wurde Kujau bereits nach drei Jahren aus der Haft entlassen. Nach seiner Haftstrafe nutzte er seine gewonnene Popularität und eröffnete ein eigenes Atelier, in dem er „original Kujau-Fälschungen“ offiziell verkaufte.
Bei Heidemann gelangte das Gericht zu der Überzeugung, dass er von dem Geld, das der Stern zur Verfügung stellte, einen Betrag in Millionenhöhe nicht an Kujau weitergeleitet, sondern unterschlagen habe. Er wurde zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt und lebte zeitweise von Sozialhilfe. Die Nichte Kujaus hat später die Vermutung bekundet, dass Heidemann wohl kein Geld unterschlagen habe.
Ein Thema bei der Gerichtsverhandlung war auch die Art und Weise des Erwerbs der vermeintlichen Tagebücher durch den Stern, bei dem es sich nach Ansicht des Vorsitzenden Richters im Falle der Echtheit der Tagebücher um einen Diebstahl gehandelt hätte. Gerd Schulte-Hillen (Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Schulte-Hillen ) war, wie alle beim Stern involvierten Personen, der Meinung, dass die Tagebücher rechtmäßig erworben worden seien. Nach zehn Jahren habe der Stern, so Schulte-Hillen, die Tagebücher an das Bundesarchiv abtreten wollen.
Folgen
Um die Veröffentlichung und speziell um die Inhalte der Tagebücher, die Hitler in einem positiven Licht darstellen, gibt es Verschwörungstheorien.
So behauptete die britische Autorin Gitta Sereny („Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Gitta_Sereny ), vier ehemalige SS-Offiziere hätten auf diese Weise versucht, die These zu untermauern, Hitler habe „nichts mit dem Mord an den Juden zu tun gehabt und noch nicht einmal etwas davon gewusst“. Quelle: Gitta Serenys «Das deutsche Trauma»: Alte Nazis steckten hinter Hitler-Tagebücher; in: „Netzeitung“, vom 7. Mai 2002 [„Netzeitung“; Link: http://www.netzeitung.de/ ]; Link: http://archive.today/B5MTq ; Quelle; Hubert Leber (Hubert Leber; Link: http://www.swp-berlin.org/de/wissenschaftler-detail/profile/hubert_leber.html ): „Blähungen im Kopfbereich“; in:„Berliner Zeitung“, vom 25. April 2008; Link: http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ein-neues-buch-ueber-die-chronik-des-stern-skandals-blaehungen-im-kopfbereich,10810590,10554388.html .
Gitta Sereny stellte auch die These auf, dass ein Großteil des verschwundenen Geldes in die Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS (HIAG) geflossen sei: kj: Millionen für Kameraden“ in: „Die Zeit“, vom 3. Februar 1984; Link: http://www.zeit.de/1984/06/millionen-fuer-kameraden .
Des Weiteren gibt es die Behauptung Kujaus, er habe im Auftrag des Bundesnachrichtendienstes ein neues Hitler-Bild schaffen sollen. Wolfgang Lieb („Wikipedia“; Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lieb ): „Der eigentliche Skandal der Hitler-Tagebücher: Ein liberales Blatt, das mit einem braun gefärbten Geschichtsbild Kasse machen wollte“; in: „NachDenkSeiten“ [„NachDenkSeiten“; Link: http://www.nachdenkseiten.de/ ], vom 23.April 2008; Link: http://www.nachdenkseiten.de/?p=3173 .

„Eine Analyse“ – „Hart, aber direktdemokratisch“

“Tages-Anzeiger”, vom 11.02.2014, von Guido Kalberer; Link: http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Hart-aber-direktdemokratisch/story/19729452

Text (Auszug):

Wenn grosse Nationen über Entscheidungen kleiner Nationen sprechen, verhält es sich mitunter wie am Familientisch: Entweder loben die Eltern das Verhalten der Kinder und geben Ratschläge, wie sie es das nächste Mal noch besser machen können, oder sie tadeln sie und geben ihrem Missfallen darüber Ausdruck, was der Nachwuchs wieder angestellt hat. Wie gross die Gefahr ist, mit solcher Rhetorik nicht nur paternalistisch, sondern auch arrogant zu wirken, hat die Sendung «Hart, aber fair» am Montagabend eindrücklich gezeigt.

Roger Köppel, in Deutschland besser bekannt als jeder Bundesrat und die klare Nummer eins im Ranking der Schweiz-Erklärer und -Verteidiger, hat die Übergriffe vor allem von Ralf Stegner, der die Schweizer in einem Tweed als Spinner bezeichnete, souverän gekontert. Als ob es sich bei der Schweiz um ein weiteres Bundesland handle, sprach der stellvertretende Parteichef der SPD überheblich von den krassen Fehlern der Eidgenossen – während einmal mehr die Strassenumfragen, die der Sender einspielte, die Kluft aufzeigten zwischen dem, was die Politiker wollen, und dem, was das Volk will. Fast einhellig lobte das Fussvolk in Neuss die Schweizer, denen der ebenfalls in der Runde sitzende Journalist Rolf-Dieter Krause die Freiheit der Dummheit attestierte.

Erzieherische Gegenrede

Natürlich steht es jedem frei, Entscheidungen in Bausch und Bogen zu zerreissen. Nur besteht die schwierige Kunst des politischen Dialogs darin, auch im Zweifelsfall davon auszugehen, dass der andere recht haben könnte – ansonsten braucht niemand niemandem zuzuhören. Auch wenn man ganz anderer Meinung ist, muss die Berechtigung der gegenteiligen Position zumindest in Betracht gezogen werden. Dies gehöre unabdingbar, wie Roger Köppel schmallippig und entnervt wiederholte, zum Wesen der direkten Demokratie. …

Rhoenblicks Ergänzung.

In Deutschland herrscht das alternativlose Handeln vor – von ‚Denken‘ kann nicht die Rede sein; Beispiele: Energie-Wende, Euro-Krise.

 … Aufschlussreich für das ganze Gespräch war die Aussage von Dr. Ralf Stegner, dass man

über eine Angelegenheit wie die Einwanderung nicht mit einem Ja oder Nein abstimmen könne.

Wieso eigentlich nicht? Verstehen die Stimmbürger nicht, worum es geht? Oder ist eine solche Abstimmung gefährlich, weil sie in die Struktur eines Staates eingreift? Stegner, der sich bei anderer Gelegenheit für den Einbezug direktdemokratischer Elemente aussprach, müsste bestimmen, was eine halbdirekte Demokratie genau wäre – jedenfalls lässt sich der Verdacht nicht ausräumen, dass es jene Form von Demokratie wäre, bei der die gewählten Politiker die Freiheit hätten, eine Abstimmung je nach Ausgang und Resultat als richtig demokratisch gültig oder eben nur als halbdemokratisch zu bezeichnen.

Rhoenblicks Ergänzung:

Anders formuliert. Die deutschen Politiker wie Herr Dr. Ralf Stegner – genauer; die deutsche Politiker-Kaste – will festlegen, wozu ihre Untertanen etwas sagen dürfen und wo sie aus – von der Politiker-Kaste festgelegten political-correctness-Regeln – nichts sagen dürfen.

Warum? Weil die deutsche Politiker-Kaste Angst hat, das Ausland würde dann von Nazi-Deutschland reden. Aber so spricht das Ausland – zum Beispiel: Griechenland – sowieso und immer dann, wenn es die Deutschen als arrogant, besserwisserisch, frech erlebt: „Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“ oder „Deutschland, Deutschland über alles …“

Israels Ministerpräsident Netanjahu, über die Bundeskanzlerin verärgert, erfrecht sich, der deutschen Bundeskanzlerin einen Hitlerschnauz unter die Nase zu halten und sie so fotografieren zu lassen! „Zum Spass“ – versteht sich – ?

„The Huffington Post“; Link: http://www.huffingtonpost.de/2014/02/25/netanjahu-merkel-hitler-bart_n_4853276.html?just_reloaded=1&src=sp&comm_ref=false

… Im Unterschied zur repräsentativen Demokratie bringt die direkte Demokratie regelmässig – mitunter rechtzeitig, aber nicht immer rechtmässig – Dinge an die Oberfläche, die im offiziellen Jargon der Politiker keinen Platz haben (dürfen). Auch wenn es unangenehm ist, gewisse Voten des Souveräns zu akzeptieren, zum Wesen der direkten Demokratie gehört es, diese ernst zu nehmen, auch wenn sie sich als Fehler entpuppen sollten.

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