Archive für Kategorie: BMW

Frau Merkel muss als Bundeskanzlerin am Diesel-Gipfel vom kommenden Mittwoch (02.08.2017) teilnehmen.

Merkel muss die Aufklärung endlich zur Chefsache machen und Farbe bekennen: welches ist ihre Position in diesem Schlamassel von Betrug und Kartellabsprachen?

Merkel Deutschland Deutsche Automobilindustrie Audi BMW Daimler Porsche VWnicht aber: Ford und Opel!

Merkel Deutschland Klimavertrag Umweltschutz Gesundheit

Wie lange noch schweigt das von Herrn Mundt geleitete Bundeskartellamt?

Wie lange noch nimmt er Rücksicht auf die Bundeskanzlerin?

Wie lange noch wird das von einem FDP-Mann geleitete Bundeskartellamt geschont, weil sowohl Merkel wie auch Schulz gerne die FDP als Koalitionspartner hätten?

 (Das sind die Konsequenzen des deutschen „demokratischen“ Systems)

 Die „Rhein-Neckar-Zeitung informiert ungeschminkt, kompetent; während prominente deutsche Zeitungen sich hinter Nebelwänden verstecken – Grund siehe oben

 

„Rhein-Neckar-Zeitung“ vom Montag, den 24.07.2017

Region Heidelberg, Seite 1

 

1. „Software-Updates sind Augenwischerei

Autoökonom Dudenhöffer über ein mögliches Kartell und die zu engen Verbindungen der Politik

Von Andreas Herholz, RNZ Berlin

Berlin. Ferdinand Dudenhöffer (66) ist Professor und Autoökonom an der Universität Duisburg-Essen.

> Herr Dudenhöffer, deutsche Automobilhersteller sollen ein Syndikat gebildet und sich systematisch abgesprochen haben. Das Kartellamt ermittelt. Droht hier einer der größten Skandale in der deutschen Industrie?

Ein solches Kartell ist durchaus denkbar. Es gibt einen dringenden Verdacht.

Das Bundeskartellamt müsste jetzt Klarheit schaffen. Schließlich liegen angeblichen Selbstanzeigen von Konzernen bereits länger als ein Jahr zurück. Es ist ungewöhnlich, dass sich das Kartellamt lange in Schweigen hüllt.

[Präsident des deutschen Bundeskartellamtes: Andreas Mundt.

Er ist Mitglied der FDP – „Freie demokratische Partei Deutschland.

Lebenslauf von Andreas Mundt:

Geboren am 13. August 1960 in Bonn, verheiratet, 3 Kinder
Jurist – Studium der Rechtswissenschaft in Bonn und Lausanne/Schweiz

seit 2013 
Vorsitz der Leitungsgruppe des International Competition Network (ICN)

seit 2010
Mitglied im Bureau des OECD Competition Committee

seit 2009
Präsident des Bundeskartellamtes]

Ein Skandal dieser Dimension würde die Automobilindustrie bis ins Mark erschüttern.

> Erfahrungsaustausch unter den Herstellern ist üblich. Aber hier besteht der Verdacht, dass die Verbraucher systematisch betrogen wurden, der Markt manipuliert worden ist, oder?

Ja, das wäre dann sicher der Fall. Kartelle hat es in der Wirtschaft immer wieder gegeben. Man müsste davon ausgehen, dass die schlechten Abgaswerte der über Jahre verkauften neuen Diesel-Pkw durch Absprache über die Größe der Ad-Blue Behälter mit verursacht worden wären. Das würde das Grundvertrauen der Kunden in die Autobauer zerstören. Wer will schon teure Autos von jemanden kaufen, dem er nicht über den Weg traut. Die Autobauer müssten mit langen Umsatzverlusten rechnen. Das ist schlimmer als eine einmalige Kartellstrafe, auch wenn sie im Milliarden-Euro-Bereich liegt.

> Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lädt zum Diesel-Krisen-Gipfel Anfang August. Was erwarten Sie von diesem Treffen?

Der Dieselgipfel der Bundesregierung soll als Beruhigungsmittel für die Bundestagswahl dienen.

Man wird für die Autofahrer kostenlose Software-Updates vereinbaren. Was angeblich kostenlos ist, könnte von den Autofahrern mit einem hohen Preis bezahlt werden. Jede Software-Änderung hat Nebenwirkung und macht nicht nur gute Luft. Das wäre wirklich zu einfach. Die Nebenwirkungen können höherer Treibstoffverbrauch, kürzere Lebensdauer für die Motoren oder höhere Wartungs- und Reparaturkosten sein.

Kostenlose Software-Updates sind Augenwischerei.

Die Kanzlerin muss bei ihrem Gipfel Farbe bekennen.

Der Dieselskandal zeigt, dass die Bundesregierung und die Industrie viel zu eng verflochten sind. Der Parteifreund der Kanzlerin und frühere Verkehrsminister Wissmann ist der Cheflobbyist der Autobauer. Das darf nicht sein. Das führt zu Anhängigkeiten und Problemen, zu löchrigen Gesetzen, deren Konsequenzen letztendlich die Autofahrer bezahlen.

> Wie realistisch halten Sie Schadensersatzforderungen der Aktionäre und der betroffenen Kunden?

Die Erfolgschancen für die VW-Aktionärsklagen wegen zu später Information steigen. Für die betroffenen Besitzer von Dieselfahrzeugen bleibt es schwierig. In Deutschland gibt es anders als in den USA keine strenge Produkthaftung. Einzelne werden das Glück haben, dass ihr Fahrzeug zurückgenommen wird, wie in einem Fall bei VW. Insgesamt bleiben durch den Diesel-Skandal aber nur Verlierer übrig.

Wir brauchen unabhängige Politiker [sicher nicht Merkel, die die deutschen Automobilhersteller nie gefordert hat, sondern für die sie in Brüssel Vorteile herausgeholt hat, wie geringere Absenkung der Grenzwerte], die das Wohl des Volkes im Fokus haben und nicht durch falsches Industrieverständnis ein hohes Risiko von Bruchlandungen erzeugen, wie beim Dieselskandal.

Region Heidelberg, Seite 10

 

„Rhein-Neckar-Zeitung“ vom Samstag, den 22.07.2017

Region Heidelberg, Seite 1

 

2. Autobauer unter Kartellverdacht

Vorwurf: Geheime Absprachen seit den 90er-Jahren – VW soll Selbstanzeige eingereicht haben – Auch Dieselmanipulation abgesprochen?

Berlin/Hamburg. (dpa/AFP) Die deutsche Autoindustrie steht unter Kartellverdacht: Die großen Autobauer haben sich einem „Spiegel“-Bericht zufolge seit den 90er Jahren in geheimen Arbeitsgruppen über ihre Fahrzeuge abgesprochen und womöglich auf diese Weise den Weg für den Diesel-Abgasskandal geebnet. Das Magazin berief sich am Freitag auf einen Schriftsatz, den Volkswagen bei den Wettbewerbsbehörden einreichte. Auch Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen beteiligt gewesen sein.

 Dem Nachrichtenmagazin zufolge stimmten sich seit den 90er Jahren mehr als 200 Mitarbeiter der Unternehmen in über 60 Arbeitsgruppen ab. Dabei soll es um die Technik der Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer, Märkte, Strategien und die Abgasreinigung der Dieselfahrzeuge gegangen sein.

VW reichte den Schriftsatz demnach am 4. Juli des vergangenen Jahres ein. Darin erklärt der Autobauer selbst, dass „der Verdacht“ bestehe, dass es zu „kartellrechtswidrigem Verhalten“ gekommen sei. Auch Daimler soll einen Schriftsatz eingereicht haben.

Die Autobauer wollten sich allesamt zu dem Bericht am Freitag nicht äußern. „Zu Spekulation und Sachverhaltsvermutungen äußern wir uns nicht“, erklärte ein VW-Sprecher. Der Konzern nahm damit auch für die Marken Audi und Porsche Stellung. Auch BMW und Daimler erklärten, die Spekulationen nicht zu kommentieren. Das Bundeskartellamt erklärte, grundsätzlich zu laufenden Verfahren keine Auskünfte zu geben. Ein Sprecher bestätigte aber, dass es am 23. Juni 2016 – also knapp zwei Wochen vor dem mutmaßlichen Eingang des VW-Schriftsatzes bei der Kartellbehörde – in der Autobranche „eine Durchsuchungsmaßnahme im Bereich des Einkaufs von Stahl“ gegeben habe.

Dabei möglicherweise besonders brisant: angebliche Absprachen zur Technik für die Diesel-Abgasreinigung.

Laut dem Bericht stimmten sich Daimler, BMW, Audi, Porsche und VW seit Jahren etwa darüber ab, wie groß die Tanks für AdBlue sein sollten – ein Harnstoffgemisch, mit dessen Hilfe Stickoxide in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff aufgespalten werden. Weil große Tanks teurer gewesen wären, sollen sich die Firmen auf kleine Tanks geeinigt haben. Diese hätten aber später nicht ausgereicht, Abgase ausreichend zu reinigen. Nach den „Spiegel“-Informationen könnte an dieser Stelle die Basis für den Dieselskandal gelegt worden sein.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) [hat noch nie überzeugt] sagte zu dem Verdacht: „Kartellrechtliche Absprachen wären eine zusätzliche Belastung für die Thematik, die wir gerade mit der Automobilindustrie haben. Die Kartellbehörden müssen ermitteln, die Vorwürfe detailliert untersuchen und gegebenenfalls notwendige Konsequenzen ziehen.“ {Worthülsen]

> Kommentar S. 2 / Wirtschaft S. 23

 

Kommentar:

Unter Verdacht

Thomas Veigel zu den mutmaßlichen Kartellabsprachen der Autoindustrie

Wenn man davon ausgeht, dass es die Selbstanzeige des Volkswagen-Konzerns tatsächlich gibt, dürfte die deutsche Autoindustrie eines der größten und teuersten Kartellverfahren vor sich haben. Wahrscheinlich ist VW aus rein finanziellem Kalkül vorgeprescht. Denn wer als Erster ein Kartell offenlegt, geht straffrei aus, wenn er alles richtigmacht. Das wird zu klären sein. Möglicherweise haben die Ermittler im vergangenen Sommer auch selbst genügend Hinweise auf die Absprachen zwischen den großen drei der Autoindustrie in Deutschland gefunden. Dann wäre die Selbstanzeige zu spät gekommen. Seit geraumer Zeit verdichten sich die Hinweise, dass da mehr ist als ein Dieselskandal von VW. Abschaltvorrichtungen von Daimler werden diskutiert, „freiwillig“ werden Nachrüstungen angeboten. Darüber hinaus dringt bisher nicht viel an die Öffentlichkeit, abwiegeln, abwehren und abtauchen ist die Devise.

 Die Arroganz und Ignoranz der Vorstandsetagen in der deutschen Autoindustrie sind schwer erträglich. [Sie sind skandalös, aber typisch arrogant deutsch: Deutschland, DIE Industrienation – Deutsche Produkte sind Weltspitze, usw.]

 Das musste auch die EU-Industriekommissarin feststellen, deren Fragen der VW-Chef einfach nicht beantwortet. Wollen die Autobosse das ganze Thema einfach aussitzen?

Es wird Zeit, dass die die deutsche Regierung ein Machtwort spricht und nicht mehr wie schon so oft als Lautsprecher der hiesigen Autoindustrie [Bundeskanzlerin Merkel] in Brüssel auftritt.

Region Heidelberg vom Samstag, 22. Juli 2017, Seite 2

 

Wirtschaft:

Autobranche droht der nächste Skandal

Dieselaffäre, Abgasbetrug, Milliarden-Entschädigungen in den USA – war das alles am Ende nur die Spitze des Eisbergs?

Von Thomas Strünkelnberg und Jan Petermann

Hamburg. Deutsche Autobauer stehen einem Bericht zufolge unter dem Verdacht jahrelanger illegaler Absprache zu Lasten von Verbrauchern und Zulieferern. Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen sich in einem gemeinsamen Kartell über Technik, Kosten und Zulieferer abgesprochen haben, wie der „Spiegel“ am Freitag meldete. Das Magazin berief sich dabei auf einen Schriftsatz, den VW auch für Audi und Porsche bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht haben soll. Auch Daimler habe eine „Art Selbstanzeige“ hinterlegt. Die Aktien der Autobauer sackten am Freitagnachmittag deutlich ab.

Volkswagen, Daimler und BMW wollten sich nicht dazu äußern. Daimler und BMW sprachen von „Spekulationen“. Das Bundeskartellamt in Bonn erklärte: „Details laufender Verfahren können wir nicht kommentieren.“ Die EU-Kommission in Brüssel – oberste Wettbewerbsbehörde im europäischen Binnenmarkt – sagte zum angeblichen Schriftsatz von Volkswagen: „Zu diesem Thema geben wir keine Stellungnahme ab.“

Der Vorwurf wiegt schwer: Mehr als 200 Mitarbeiter der Unternehmen sollen sich seit den 1990er Jahren in geheimen Arbeitskreisen abgestimmt und auf diese Weise den Wettbewerb außer Kraft gesetzt haben. Es soll um alle Details der Autoentwicklung gegangen sein.

Dabei möglicherweise besonders brisant: angebliche Absprachen zur Technik für die Diesel-Abgasreinigung. Laut dem Bericht stimmten sich Daimler, BMW, Audi, Porsche und VW seit Jahren etwa darüber ab, wie groß die Tanks für AdBlue sein sollten – ein Harnstoffgemisch, mit dessen Hilfe Stickoxide in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff aufgespalten werden. Weil große Tanks teurer gewesen wären, sollen sich die Firmen auf kleine Tanks geeinigt haben. Diese hätten aber später nicht ausgereicht, Abgase ausreichend zu reinigen. Nach den „Spiegel“-Informationen könnte an dieser Stelle die Basis für den Dieselskandal gelegt worden sein. Im September 2015 hatte VW zugegeben, millionenfach Dieselmotoren manipuliert zu haben, deren Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand zufriedenstellend arbeitete.

Auch das „Handelsblatt“ meldete entsprechende Absprachen. Demnach findet sich unter den von der Staatsanwaltschaft München II bei Durchsuchungen im VW-Konzern, in Wohnungen und bei der US-Kanzlei Jones Day beschlagnahmten Unterlagen eine Audi-Präsentation namens „Clean Diesel Strategie“ von April 2010. Darin sei von einem „Commitment der deutschen Automobilhersteller auf Vorstandsebene“ die Rede. Dieses betreffe den Einbau kleinerer AdBlue-Tanks.

In den Arbeitsgruppen sei es auch um die Auswahl von Lieferanten oder die Festlegung von Bauteilkosten gegangen, berichtete der „Spiegel“. Es bestehe „der Verdacht“ – so soll es in der Selbstanzeige von VW heißen –, dass es zu „kartellrechtswidrigem Verhalten“ gekommen sei. Eine Sprecherin der Finanzaufsicht Bafin konnte zunächst nicht sagen, ob die Unternehmen in einem solchen Fall dazu verpflichtet sind, die Finanzmärkte zu informieren. Im Kartellrecht sind Vereinbarungen verboten, die den Wettbewerb beschränken. Denn solche Absprachen können etwa Preise künstlich hochhalten oder die angebotenen Produktmengen verknappen – und damit Verbraucher schädigen. Verfahren haben bereits zu Millionenstrafen in verschiedenen Industriezweigen geführt, auch schon in der Autobranche.

Hintergrund der Kartellvorwürfe sind laut „Spiegel“ Ermittlungen wegen des Verdachts auf Absprachen von Stahlpreisen. Das Kartellamt hatte im vergangenen Sommer Büros von Autobauern und Zulieferern durchsucht.

Die Ermittler nahmen unter anderem VW, Daimler, [Audi, Porsche] und BMW sowie die Zulieferer Bosch und ZF unter die Lupe, wie Sprecher der Konzerne damals bestätigten.

Region Heidelberg, Seite 23

 

„Rhein-Neckar-Zeitung“ vom Montag, den 24.07.2017

Region Heidelberg, Seite 1

 

3. Kartellverdacht belastet die Autobauer

Strafen in Milliardenhöhe drohen – Schadenersatz-Klagen möglich

Von Jan Petermann und Felix Frieler

Berlin/Hannover. Bewiesen ist bisher nichts. Doch das Schweigen der Konzerne bei einem Verdacht dieser Tragweite alarmiert Politiker, Experten, Kritiker: Ein weit verzweigtes Kartell deutscher Autobauer soll sich zum Schaden von Kunden und Lieferanten in verschiedenen Fragen abgesprochen haben.

Abgasskandal, Dieselkrise, die Geburtswehen der Elektromobilität: Die Branche hat eigentlich schon mehr als genug Probleme. Nun platzt der – noch unbestätigte – Vorwurf herein, seit den 1990er Jahren seien geheime Absprachen getroffen worden, die zum Beispiel die Preise für Verbraucher künstlich hochgehalten haben könnten.

 Autobauer könnten auch ihre Macht über Zulieferer genutzt haben, um gemeinsam Einkaufspreise zu drücken. Und vor allem: Begünstigte das Kartell womöglich die Entstehung der Diesel-Affäre? Branchenfachmann Stefan Bratzel betont: „Für die Diskussion um Fahrverbote, Nachrüstungen von Dieselfahrzeugen sowie rückläufige Diesel-Neuzulassungen leistet das Kartell einen Bärendienst.“

Die Grünen, die Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) schon beim VW-Skandal zu lasche Aufklärung unterstellten, schäumen.

Oliver Krischer, Ex-Obmann im Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestags: „Das Ganze entwickelt sich zur Fortsetzung des Abgasskandals in neuer Dimension. Es muss schnell geklärt werden, wie die Autoindustrie jahrelang Absprachen treffen konnte, ohne dass Dobrindt etwas dagegen unternommen habe.“ [-> „ein sehr schlechtes Licht auf das „Biedermeiertum“ von Frau Merkel, der deutschen Bundeskanzlerin, exakt zur richtigen Zeit vor den Bundestagswahlen].

[Laut „Spiegel“ könnte es eine Verbindung zwischen der Abgas-Affäre und dem Kartell-Krimi geben. Demnach einigten sich die Autobauer auf besonders kleine AdBlue-Tanks – und damit auf eine möglichst billige Reinigungstechnik. Das spezielle Harnstoffgemisch AdBlue hilft, schädliche Stickoxide in Wasserdampf und Stickstoff aufzuspalten. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz warnte: „Es wäre ein gigantischer Betrug zu Lasten der Kunden und der oftmals mittelständischen Zuliefererunternehmen.“

Es wäre jedenfalls weiteres Wasser auf die Mühlen der Dieselkritiker. Die Beratungsfirma EY [Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft] meldete für die Dieselverkäufe bereits im Juni einen Einbruch um 19 Prozent. Experten der Deutschen Bank sagen: „Will die Industrie weiter auf die Diesel-Technologie setzen, muss sie die Schadstoff-Problematik im realen Fahrbetrieb in den Griff bekommen.“ Ein „Diesel-Gipfel“ am 2. August sollte hier eigentlich Lösungen suchen.

Neben dem Imageschaden könnte ein Kartell für die Hersteller unmittelbar Geld kosten. Die Behörden können Strafen von bis zu zehn Prozent des letzten Jahresumsatzes verlangen. Bei Volkswagen lag der Erlös im vergangenen Jahr bei 217 Milliarden Euro, Daimler kam auf 153 Milliarden Euro, BMW erzielte einen Umsatz von 94 Milliarden Euro. Theoretisch sind Milliardenbußen möglich.

Hinzukommen könnten Schadenersatz-Klagen von Zulieferern und Käufern. Grundsätzlich könnten Autofahrer versuchen, gegen das mutmaßliche Kartell zu klagen, erklärt Fachjurist Christian Kersting. „Die Frage ist, ob Autos durch mögliche Kartellabsprachen auf einem schlechteren technischen Stand verkauft wurden. Das könnte ein Ansatz sein.“ Allerdings sei es vor Gericht schwer, hier einen Schaden nachzuweisen.

Region Heidelberg, Seite 10

 

Sondertreffen zum Autokartell

Branche unter Druck

Berlin/Hannover. (dpa) Der Verdacht geheimer Absprachen deutscher Autobauer zum Schaden von Verbrauchern und Zulieferern droht zu einer weiteren Gefahr für die Branche zu werden. Mit solchen Absprachen können etwa Preise gegenüber Kunden künstlich hochgehalten oder gegenüber Zulieferern gedrückt werden. Daimler sprach von „Spekulationen“, VW-Chef Matthias Müller von „Sachverhaltsvermutungen“.

Die Grünen im Bundestag verlangen ein Sondertreffen des Verkehrsausschusses des Parlaments. Beantragt werde angesichts der Kartellvorwürfe nun „eine Sondersitzung für Ende Juli“, kündigte Verkehrspolitiker Oliver Krischer an. Man wolle so Klarheit über die möglichen „Machenschaften des Autokartells“ bekommen, die – sollten sie sich bestätigen – „ungeheuerlich“ seien.

Der „Spiegel“ stützte seine Darstellung auf einen Schriftsatz, den VW auch für Audi und Porsche bei den Wettbewerbshütern eingereicht haben soll. Daimler habe ebenfalls eine „Art Selbstanzeige“ hinterlegt. > Politik S. 10

Region Heidelberg, Seite 1

 

4. Stickstoffdioxid-Emission von Diesel-Pkw

Alle Zahlen in mg NOx/km

Schadstoffklasse                               3                 4                 5                 6

Reale Abgas-Emission                    803             674             906             507

Grenzwerte                                     500             250             180               80

(Quelle:

„Rhein-Neckar-Zeitung“ vom Montag, den 24.07.2017

Region Heidelberg, Seite 10)

 

Die Fotovoltaik hat den Zenit überschritten – sie ist im Abstiegimage001

1. Teil

Die Situation der Solar-Industrie

Subventionen haben in China wie in Europa, hier vor allem in Deutschland eine Solar-Industrie aus dem Boden gestampft, deren Kapazität jenseits aller nüchternen Überlegungen war. Das ist der Grund für den Streit zwischen EU und China, der, wie es scheint, zu Chinas Gunsten entschieden worden ist.

Quelle – „NZZ“, vom 29.07.2013; verfasst von René Höltschi, Brüssel; Link: http://webpaper.nzz.ch/2013/07/29/wirtschaft/KI767/eu-und-china-legen-solarstreit-guetlich-bei , „EU und China legen Solarstreit gütlich bei“ – „Mindestpreis statt Antidumpingzölle – europäischer Produzentenverband kündet Klage an“.

In Deutschland lässt sich kein Staat mehr machen mit „Sol“/„Solar“: Vor einem Monat machte „Conergy“ Pleite, davor Unternehmen wie „Solon“, „Q-Cells“ oder „Centrotherm“. Selbst die deutschen Industrieriesen „Siemens“ und „Bosch“ beugen sich im Solargeschäft dem Preiskampf und den weltweit vorhanden Überkapazitäten und sind endgültig aus dem Solargeschäft ausgestiegen. Der „F.A.Z.“-Branchenindex „Erneuerbare Energie“ ist durch die – voraussehbaren (Subventionen!) -Turbulenzen auf zwei Werte reduziert worden: den Wind(!)anlagehersteller „Nordex“ und der Wechselrichterproduzenten „SMA Solar“ der Fotovoltaik-Hersteller beliefert. „Solarworld“ mit Frank Asbeck liegt auf dem Sterbebett. Allein für das abgelaufene Geschäftsjahr war ein Verlust von fast einer halben Milliarde Euro aufgelaufen. „Solarworld“ wird von fast 1 Milliarde Euro Schulden gedrückt, zerdrückt. Asbeck hat –sehr zum Missvergnügen der Bundeskanzlerin Merkel – den Streit zwischen der EU und China wegen der subventionierten Solarpaneelen aus China veranlasst, in dem er hohe Antidumpingzölle forderte und damit scheiterte. Entscheidend sind nicht die niedrigen Preise chinesischer Solarpaneele, sondern das Schrumpfen des deutschen Marktes, weil sich die geldgierigen Kunden nach der Kürzung der Einspeisevergütung –  vernünftig, notwendig, daher höchste Priorität – zurückhalten. Mag sein, dass „Solarworld“ sich noch einmal vor der Insolvenz retten kann – rosige Aussichten gibt es nicht; evtl. will sich „Katar Solar“ an „Solarworld“ beteiligen und in Katar eine Fabrik zur Produktion von Solarsilizium bauen. Aber, auch da gibt es weltweit Überkapazitäten.

Quellen – „F.A.Z.“ vom 06.08.2013; verfasst von Helmut Bünder; Link: http://www.faz.net/e-paper/#FAZ/2013-08-06/9 , „Letzte Chance für Solarworld – Gläubiger verzichten auf Forderungen“ und „Hoffnungsschimmer“; bzw. „F.A.Z.“ vom 07.08.2013, verfasst von Philipp Krohn; Link: http://www.faz.net/e-paper/#FAZ_RMZ/2013-08-07/17 , „Solarwerte haben oft enttäuscht“.

In der Schweiz kämpft der Solarzulieferer „Meyer Burger“ in Gwatt bei Thun (Kanton Bern) ums Überleben.

Quellen – „Handelszeitung“, vom 05.08.2013; Link: http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/meyer-burger-mit-grossem-halbjahresverlust-478523 , „Meyer Burger mit grossem Halbjahresverlust“.

„Handelszeitung“ vom 06.08.2013; Link:http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/cs-ueberprueft-rating-von-meyer-burger-479007 , „CS überprüft Rating von Meyer Burger“.

„Cash“, vom 07.08.2013; Link: http://www.cash.ch/news/top_news/gekappte_firstsolarprognose_belastet_meyer_burger-3110583-771 , „Eine schlechtere Jahresprognose der US-Firma „First Solar“ hat die Aktien von „Meyer Burger“ am Mittwoch [07.08.2013] auf Talfahrt geschickt“.

Dies, obschon vor 10 Tagen die „NZZ“ berichtete, dass „Meyer Burger“ zwei Aufträge von insgesamt 5 Millionen Franken erhalten habe: Die britische „Sunsolar Energy“ bestellte die erste automatisierte, integrierte Solarmodullinie des Landes; ein bestehender Kunde in Taiwan erhalte für die Herstellung von Solarwafern Lager- und Secondhand-Drahtsägen. „Meyer Burger bewegt sich in einem schwierigen Umfeld. Im letzten Geschäftsjahr schrieb das Unternehmen einen Verlust von knapp 116 Mio. Franken. Der Umsatz hat sich auf 645,2 Millionen Franken halbiert. Im vergangenen Mai hat sich das Unternehmen darum entschieden, neue Aktien für 150 Millionen Franken auszugeben“.

Quelle – „NZZ“, vom 25.07.2013; (sda); Link: http://www.nzz.ch/aktuell/newsticker/neue-auftraege-fuer-meyer-burger-1.18123026 , „Solarindustrie – Neue Aufträge für Meyer Burger“.

Tragisch – aber typisch für „Aufbrüche zu neuen Ufern“!

Die Website von „Meyer Burger“ titelt: „Einzigartige Technologiergruppe in der Photovoltaik“ mit dem Bild der SAC-Hütte „Monte Rosa“; Link: http://www.meyerburger.ch/ .

Dank wegweisenden Technologien sollte die Monte Rosa Hütte zu 90 Prozent energieautark sein. SOLLTE! Die Begeisterung ist der Ernüchterung gewichen: Das Gebäude schont die Umwelt nicht – es verschmutzt sie gar.

Quelle – „Schweizer Fernsehen“; Link: http://www.srf.ch/suche?q=Monte+Rosa+H%C3%BCtte ,

Denn – die Abwasserreinigung funktioniert nicht: Das Abwasser wird in den Schnee gekippt. Das verstösst gegen die Bauauflagen. Als das ruchbar wurde, wurden die Fäkalien mit Helikoptern ins Tal geflogen – dieser Zustand dauert noch an (Das Wasser wird jetzt bei der Hütte abgetrennt – wo geht dieses hin? Fazit: Das Umfeld der „Monte-Rosa-Hütte“ ist eine grosse Güllengrube unter Schnee und Eis!)

Zudem: Die „Monte-Rosa-Hütte“ sollte den grössten Teil der Energie mit Solarpanels selber produzieren. SOLLTE! Für lange Schlechtwetterperioden steht ein Generator bereit, der mit wenigen hundert Litern Rapsöl betrieben werden sollte. Zurzeit läuft dieser Generator jedoch auch bei schönstem Wetter. Pro Saison verbraucht er rund 7000 Liter Diesel. Der Diesel wird mit Helikoptern nach oben geflogen.

Fazit: Wenigstens sind die Helikopter auch beladen, wenn sie ins Tal fliegen, nämlich mit verfestigten Fäkalien, die im Tal wieder in Wasser gelöst werden müssen, um sie der Kläranlage zuführen zu können.

Diese Geschichte soll uns eine Mahnung sein: Fantasten und Grüne behaupten immer wieder, das Ei des Kolumbus gefunden, eine Win-Win-Situation kreiert zu haben – hier die „energieautarke“ „Monte-Rosa-Hütte“, da Fotovoltaik, die die Kohlendioxid-Emissionen reduzieren soll.

Merkwürdig: In Deutschland nimmt der Ausstoss an Kohlendioxid zu, trotz Dächern, Wiesen und Feldern, die mit Solarpaneelen zugepflastert sind.

Quelle – „Süddeutsche Zeitung“, vom 25.02.2013; Link: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klimawandel-deutschland-steigert-co-ausstoss-1.1609316 , „Deutschland steigert CO2-Ausstoß“ – „Atomausstieg, Boom bei Braunkohle, Heizen gegen die Kälte: Der Ausstoß von Treibhausgasen im Land der Energiewende steigt erstmals seit Jahren wieder an“;

und:

Quelle – „Süddeutsche Zeitung“ vom 26. Juni 2013; Link: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/co-emissionen-deutschland-lehnt-geplante-abgasnormen-ab-1.1706891 , „Abgas-Grenzwerte in der EU Merkel will Autoindustrie schonen“ – „Der EU-Kompromiss für schärfere Abgas-Grenzwerte bringt BMW in Bedrängnis. Darum tritt die Bundesregierung jetzt auf die Bremse und versucht, in letzter Minute noch Widerstand gegen die neue Norm zu organisieren“. Die Abstimmung ist auf nach den Europa-Wahlen, d.h. frühestens in einem Jahr, verschoben worden – Merkel sei Dank!

Hoch aktuell:

Swisscom hat einen Halbjahresverlust von ca. zehn Prozent eingefahren. Der interimistische CEO Urs Schaeppi plant in den Energiemarkt einzudringen, gemäss seiner Erkenntnis:

„Energie ist ein Wachstumsgeschäft“

Swisscom will mit ihrer Tochtergesellschaft „Swiss Energy Solution“ über die Telefonanschlüsse Geräte steuern – Boiler, Heizungen, Kühlschränke, Tiefkühltruhen usw. ein- und ausschalten, je nachdem ob viel oder wenig fotovoltaischer Strom durchs Netz rast. steuern, wird also ein Konkurrent von Swiss Grid, dem sich die BKW verschrieben haben. Auch wenn die BKW-Konzern Chefin Suzanne Thoma abwiegelt. Wirtschaftsprofessor Rolf Wüstenhagen an der Universität St. Gallen gibt Swisscom grosse Chancen beim Aufbruch in diesen neuen Markt – sprich: bei der Verteilung der KEV-Steuer – der eidgenössischen Stromsteuer.

SF-Sprecher: „Swisscom will im boomenden Strommarkt Fuss fassen“ und „Swisscom startet zum Aufbruch in den neuen LUKRATIVEN Markt“,

Quelle – „Schweizer Fernsehen“, „10vor10“ vom 07.08.2013: Link: http://www.srf.ch/player/tv/10vor10/video/10vor10-vom-07-08-2013?id=8810b444-33fc-4c2c-9e48-ab0cefc9b285

 

Das Referendum gegen die Erhöhung der KEV kommt im richtigen Moment

Aus Idealismus, Opportunismus, Übereifer, missionarischem Drang und/oder Bereicherungsabsicht läuft die schweizerische Energie-Wende (jeder Befürworter dieses Unternehmens kann sich selbst einordnen) aus dem Ruder – getreu ihrem „Vorbild“, der von Merkel im Hüftschuss lancierten.

Für die, die über diesen Merkelschen Hüftschuss nicht Bescheid wissen: Merkel verhandelt mit den KKW-Betreibern: Sie verlängert – ohne Sicherheits-Abklärungen vorzunehmen – die KKW-Laufzeiten. Dafür verpflichten sich die KKW-Betreiber neu die ‚Brennelemente-Steuer‘ zu entrichten. Dies ist ein Punkt des Merkelschen „Sparprogramms“. Nach Fukushima hat Merkel Angst, sie werde an Popularität verlieren, also Rechtsumkehrt: Einige KKW müssen – wiederum ohne Sicherheitsabklärungen – sofort vom Netz! Und das Schlamassel ist da und wird immer schlimmer!

 Ein Marschhalt ist dringend notwendig!

 Ich lade Sie ein. Unterzeichnen Sie, unserer Schweiz zu Liebe, das KEV-Referendum (KEV: Kostendeckende Einspeisevergütung, Stromsteuer)! Ich danke Ihnen.

Argumentarium:

Link: http://www.kev-referendum.ch/index.php?id=16

Unterschriftenbogen:

Link: www.kev-referendum.ch/fileadmin/user_upload/kevreferendum_d.pdf

{Urs Gasche], [Jürgen Knaak], [Doris Leuthard], [Urs Schaeppi], [Suzanne Thoma],

http://ad3.adfarm1.adition.com/tagging?network=250&tag%5bbmw.sueddeutsche%5d&type=src